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Die Seite http://irrelevanz.myblog.de/ wird Euch aber weiterhin als Archiv zur Verfügung stehen.

die_webmistress, 12.o5.2009

 

 

Karl Marx: Das Kapital. Kritik der Politischen Ökonomie  Bd.1 – Lesekreis/Lektürekurs

Erstes Treffen: Donnerstag 16.4.09 18h IvI, Bibliothek (1.Stock)

„Das ist scheußlich ermüdend und bei nicht ganz scharfer Aufmerksamkeit auch verwirrend.“ (Engels über Teile des ersten Bandes, Brief an Marx, 23.8.1867)

Derzeit wird überall davon geschrieben, dass Marx in Zeiten der Wirtschaftskrise wieder aktuell sei und überall rezipiert werde. Nur kommt Marx in dieser Art Metarezeption selbst nicht zu Wort. Aber auch wenn er es käme, so ist doch festzuhalten, dass die von Marx formulierte Kritik auch in vermeintlichen Nichtkrisenzeiten von höchster Aktualität ist. Doch um sich zu seinen Kernaussagen, die wahrscheinlich meilenweit entfernt sind von sowohl den Feuilletonist_innen als auch von vielen sich marxistisch nennenden Bezugnahmen – Marx selbst sagte nicht umsonst von sich, kein Marxist zu sein – vorzuarbeiten, ist es notwendig sich den Luxus des Lesens der knapp 1000 Seiten des ersten Bandes zu gönnen (die anderen Bände dürfen allerdings nicht als unwichtiges Beiwerk betrachtet werden, aber ein Schritt nach dem anderen).

Plan des Seminars ist, den ganzen Band in etwa einem Semester zu lesen, was zwar notwendig zu Verkürzungen führt, andererseits aber die Möglichkeit bietet, sich in sympathischer Runde einen Überblick zu verschaffen – Anhaltspunkte für weitere Exkursionen in die (nicht nur) marxsche Theorie. Eine „Anleitung“ werden wir dabei nur insofern geben, als sie zur Selbstaneignung anregt – entscheidend für Struktur und Ablauf bleiben die Diskussionsprozesse in der Gruppe.

 

Lesekreis: Stephan Grigat: Fetisch und Freiheit.

14-tägig freitags 18.oo; erster Termin 23.01.2009

in vorbereitung eines wochenendseminars (2009) EINFUEHRUNG IN DIE ANTIDEUTSCHE WERTKRITIK mit Stefan Grigat, Autor von FETISCH UND FREIHEIT. UEBER DIE REZEPTION DER MARXSCHEN FETISCHKRITIK, DIE EMANZIPATION VON STAAT UND KAPITAL UND DIE KRITIK DES ANTISEMITISMUS (ca ira verlag, freiburg 2007)
gibt es seit anfang des jahres einen lektuerekreis.

das seminar mit dem autor SG ist mit dessen einverstaendnis vorgesehen etwa ab september 2009, d.h. dann, wenn wir das buch soweit durchgelesen haben, dass in frankfurt am main genuegend referent_innen aus dem lektuerezirkel zur verfuegung stehen werden, um die einzelnen themenkomplexe (kapitel oder abschnitte) des buches kritisch zusammenzufassen, so dass sie (zusammen mit dem autor) diskutiert werden koennen.

in einer situation, in der sich die besondere, moderne fetischform „antisemitismus“ weltweit sprunghaft verbreitet hat, unuebersehbar hervortritt und erneut gefährlich zuspitzt -- dies besonders in postnazistischen gestalten "der linken" als sogenannter antikapitalismus, antiimperialismus, anti-Empire-aktivismus, antirassismus, antibellizismus, antizionismus und "israelkritik" -- halten wir ein solches seminar fuer geeignet, sich ueber die kritisch-theoretische basis einer aktualisierung der kritik der politischen oekonomie und einer dezidiert radikal antideutschen praxis zu verstaendigen und die moeglichkeit ihrer vermittlung "fuer den communismus" unter den komplizierten bedingungen des sich entwickelnden weltbuergerkriegs zu diskutieren.

das wochenendseminar und insbesondere der lektuerekreis sollen eine KURSORISCHE ANEIGNUNG DER GRUNDLAGEN von wert/kapital/staats-kritik ermoeglichen, und zwar als fetischismustheoretische EINFUEHRUNG in die kritische theorie ab marx bis heute. die teilnahme an der lektuere setzt also keine theoretischen vorkenntnisse ueber „fetischismus“ voraus. gerade deshalb kann in solcher lektuere und diskussion die VERBINDUNG von "basisbanalitäten" der theoriegeschichte und "handgemenge" der aktuellen parteinahme einmal kollektiv experimentiert werden.

vergangene Lesekreise hier

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Autonome Tutorien an den FB 03 und 04 im Sommersemester 2009

Autonome Tutorien im Wintersemester 2008/2009

FB 03: http://univis.uni-frankfurt.de/form?__s=2&dsc=anew/tlecture&tdir=lehrve_2/soziol/grunds/autono&anonymous=1&ref=tlecture&sem=2008w&__e=141

FB 04: Check: http://www.fachschaft04.de/

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Autonome Tutorien und Lektürekurse im Sommersemster 2008.

_Lektürekurse
_Autonome Tutorien am Fachbereich 03 (Gesellschaftswissenschaften)
_Autonome Tutorien am Fachbereich 04 (Erziehungswissenschaften)

 

_Lektürekurse

Lektürekurs "Kritische Geographie"

Ort: ivi (Bibliothek).
Zeit: Zweiwöchentlich dienstags 18.3o. Nächste Termine: 22.4., 6.5.2008
Kontakt: kritischegeofrankfurt@fastmail.us

 

_Autonome Tutorien am Fachbereich 03 (Gesellschaftswissenschaften)

autonomes tutorium: Erinnerung der Shoah

Erinnerung der Shoah

Inhalt
In dem autonomen Tutorium soll versucht werden, die Erinnerung der Shoah aus verschiedenen Perspektiven nachzuvollziehen. Theodor W. Adornos Kritik an der "Aufarbeitung der Vergangenheit" soll hierbei den Ausgangspunkt einer Reflexion über diese Perspektiven und ihre Intentionen der Erinnerung bieten und die diskursiven und politischen Auswirkungen auf die gegenwärtige Vergangenheitspolitik.
Im ersten Block wird die Frage im Zentrum stehen, wie das Extremtrauma der nationalsozialistischen Judenverfolgung generationenübergreifend auf die Familien der Opfer wirkt. Hierzu werden wir Texte Überlebender und deren Nachkommen lesen. In einem zweiten Block soll die aktuelle gesellschaftliche Tendenz, die Deutschen zu den eigentlichen Opfern des Nationalsozialismus zu machen, nachvollzogen werden. Hierzu soll der erinnerungsgeschichtliche Diskurs nach 45 diskutiert werden, aber auch eine sozialpsychologische Perspektive in Tradierungsmechanismen bundesdeutscher Familien gewonnen werden. In einem dritten Block sollen Formen der Repräsentation der Shoah an Hand des Mediums Film diskutiert werden. Hierzu soll ein gemeinsam ausgewählter Film geschaut und diskutiert werden.
Die letztendlichen Schwerpunkte des Tutoriums können gemeinsam beschlossen werden ebenso wie der Termin. Eventuell könnte das Tut auch im Block stattfinden.

Empfohlene Literatur
Theodor W. Adorno: Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit. In: Eingriffe. Neun kritische Modelle. Frankfurt 1968 Paul Celan: Gespräch im Gebirg. Rimbaud-Verlagsges. 2002 Viktor Klemperer: Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten - Tagebücher 1933-1945. Berlin 1995 Wolfgang Wippermann: Umstrittene Vergangenheit : Fakten und Kontroversen zum Nationalsozialismus. Berlin 1998 Harald Welzer: Opa war kein Nazi. Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis. Frankfurt/M. 2002 Michael Elm: Zeugenschaft im Film. Eine erinnerungskulturelle Analyse filmischer Erzählungen des Holocaust. Berlin 2008

Kontakt: Greta Wagner (Congreta@gmx.net)
Zeit und Ort: n.V.; Bemerkung zu Zeit und Ort: Vorbesprechung: 10.4. um 18 Uhr im Raum 2930

autonomes tutorium: Liberalisierungs-, Deregulierungs- und Privatisierungsstrategien

"Sind Liberalisierungs-, Deregulierungs- und Privatisierungsstrategien internationaler Institutionen und Transnationaler Konzerne Teil einer sogenannten globalen Enteignungsökonomie?"

Voraussetzungen / Organisatorisches
Zur Methode: Wir wollen in diesem Autotutorium gezielt mit Filmen arbeiten, um diese als Medium zur Vermittlung von komplexen politischen Zusammenhängen zu erproben. Dabei ist es uns wichtig, mit den Teilnehmenden diese Filme auch auf ihre Reduktionen zu untersuchen und die Einsatzmöglichkeiten/grenzen von Dokumentarfilmen zu diskutieren. Mit Hilfe von Texten zu dem Thema werden wir die Darstellung im Film analysieren und ergänzen.

Inhalt
Privatisierungs-, Deregulierungs- und Liberalisierungsmethoden zur Öffnung von Arbeits- und Finanzmärkten werden als neoliberale Politikstrategien bezeichnet, diese beinhalten auch die Umgestaltung der staatlichen Rahmenbedingungen. Die politischen Umstrukturierungsprozesse ermöglichten die Aneignung von ehemaligen Staatsunternehmen durch Transnationale Unternehmen, die Einführung von Freihandelszonen und die Errichtung von Sweatshops, sowie die sie begleitendende Deregulierung von Arbeitsverhältnissen; dieser Prozess wird von einigen Autoren auch als neue ursprüngliche Akkumulation gewertet. Mit folgenden Fragen, die die von uns ausgewählten Filme aufwerfen, wollen wir uns schwerpunktmäßig auseinandersetzen: Welche Verbindungen zwischen TNK..s und internationalen Institutionen gibt es und welchen Nutzen ziehen beide Seiten daraus? Welche Rolle spielen die Politikempfehlungen des IWF..s und die Umsetzung der Strukturanpassungsmaßnahmen für Schuldnerländer? Welche Folgen haben die Liberalisierung von Finanzmärkten und die Privatisierung von ehemaligen Staatsunternehmen auf die Lebensbedingungen der Bevölkerung? Dies werden wir anhand des Filmes "Memoria de un saqueo", am..Beispiel..Argentiniens..und "The New Rulers Of The World" am Beispiel Indonesiens diskutieren.
Folgende Filme schlagen wir vor: "Memoria de un Saceo" von Gandini/Solanas "The New Rulers Of The World" von John Pilger "The Take" von Naomi Klein "We" von Arundhati Roy

Vorläufige Text-Auswahl: Zeller, Christian: "Die globale Enteignungsökonomie" Altvater, Elmar: "Das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen." Harvey, David: "Die Geographie des neuen Imperialismus" Young, Brigitte: "Financial Crises and its Impacts on local Governance Structures: Asia, Argentine and Brazil" Isabella Bakker & Stephen Gill: "Power, production and social reproduction of human in/security in the global political economy"

Die endgültige Textauswahl beschließen wir zusammen im Tutorium. Tutorin: Tabea Wüsthoff - Studium Diplom Politologie und VWL Assistenz : Iris Schneider -Studium Soziologie und Politikwissenschaften M.A.

autonomes tutorium:"Das Wesen des Christentums"

"Das Wesen des Christentums"
Ludwig Feuerbach gilt noch heute als einer der wichtigsten Religionskritiker aller Zeiten. An Feuerbachs Theorie nach der es sich bei "Gott" um nichts anderes handelt als "die als wirklich gedachten, die in wirkliche Wesen verwandelten Wünsche des Menschen" kam keine spätere Religionskritik vorbei. Auch wenn Feuerbachs Ausführungen heutzutage vielleicht nicht mehr das selbe gesellschaftliche Skandalpotenzial bergen, wie dies seinerzeit der Fall war, so sind sie also dennoch wichtige Grundlage für Religionskritik und damit nach wie vor von Aktualität. In diesem autonomen Tutorium soll Feuerbachs Hauptwerk "Das Wesen des Christentums" gemeinsam gelesen werden. Besondere Vorkenntnisse sind dafür nicht erforderlich.

Kontakt: tremorchrist@gmx.net (Daniel)
Zeit und Ort: n.V.; Bemerkung zu Zeit und Ort: Erstes Treffen: Voraussichtlich zweite Semesterwoche. Donnerstag 18 Uhr im Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI). Kettenhofweg 130

autonomes tutorium: Wertformanalyse bei Marx

Die Entwicklung der Wertformanalyse bei Marx
Die Wertformanalyse von Marx gehört mit zu den schwierigsten und umstrittensten Teilen des Kapitals. Sie war zudem vielfachen Änderungen unterworfen. Während Althusser der Auffassung war, die ersten vier Kapitel des Kapitals könnten getrost übersprungen werden, gehen andere davon aus, dass sie der wichtigste Teil seien. Allerdings, so z.B. Backhaus, sei die Wertformanalyse von Marx selbst einer Popularisierung unterworfen worden. Diese Popularisierung beinhalte aber viele theoretische Probleme.
Zunächst wird also von dem einfachen Faktum ausgegangen, dass es verschiedene Versionen der Wertformanalyse von Marx selbst gibt. Am augenscheinlichsten tritt dies im Unterschied der ersten und zweiten Auflage des Kapitals hervor. Zudem gibt es noch mehrere Entwürfe in verschiedenen Manuskripten (z.B. erster und zweiter Rohentwurf, der sog. Urtext etc.). Es sollen die verschiedenen Entwürfe gelesen und miteinander verglichen werden. Es geht um die Fragen, welche Schlüsse daraus gezogen werden können und welche Konsequenzen das für eine adäquate Gesellschaftskritik beinhaltet.

Kontakt: Daniel Keil (dakeil@stud.uni-frankfurt.de), Charly (ausserhalb@gmx.net)
Zeit und Ort: n.V.; Bemerkung zu Zeit und Ort: Erster Termin: In der ersten Vorlesungswoche am Donnerstag, 18h, im Institut für vergleichende Irrelevanz (ivi), Bibliothek, 1.Stock

autonomes tutorium: Psychoanalyse als Kritik

Psychoanalyse als Kritik

Voraussetzungen / Organisatorisches
Das erste Treffen des Tutoriums findet in der ersten Semesterwoche am Donnerstag, 16 Uhr im Fachschaftsraum (AfE-Turm, Raum 2104) statt. Falls Wochentag oder Uhrzeit sich als unpassend erweisen, weil viele Interessierte an diesem Termin keine Zeit haben, können die nachfolgenden Termine auf alternative Wochentage bzw. Uhrzeiten gelegt werden. Um unabhängig des ersten Treffens Einfluss auf die folgende Terminplanung zu nehmen oder weiteres über die Ausgestaltung des Tutoriums zu erfahren, einfach ein Email an mich (oliver.schupp@yahoo.de) senden.

Inhalt
In zumindest zweierlei Hinsicht wird die Psychoanlayse als Mittel der Kritik verhandelt. Zunächst im Rahmen der Therapie versucht sie der Analysand in die verdrängten Triebkräfte des eigenen Handelns vor Augen zu führen, diese gewissermaßen zu kritisieren, in der Hoffnung, die Autonomie und Handlungsfähigkeit zu stabilisieren und auszubauen. Aber auch in einem erweiterten Rahmen als Gesellschaftskritik wird die Psychoanalyse eingesetzt: Die Reflexion über die (möglicherweise notwendige) Subjektzentriertheit gesellschaftlicher Ideologeme hat erhebliche Auswirkungen auf die Möglichkeit von Kritik und die Vorstellungen empanzipatorischer Strategeien. Foucaults Einschätzung nach besteht die Stärke der Psychoanalyse gerade darin, "das, was sie als Logik des Unterbewußten ausgemacht hat, auf alle anderen Gegenstände ausgedehnt zu haben". Aber möglicherweise ist diese vermeintlich omnipotente Stärke auch eine verschobene Schwäche.
Beide Dimensionen psychoanalytischer Kritik sollen in diesem Autonomen Tutorium jedenfalls rekonstruiert und diskutiert werden. Es geht zunächst um die Fragen, was die psychoanalystische Kritik auszeichnet, was der Psychoanalyse also ihr kritisches Potential verleiht. Darüber hinaus soll sie selbst von der Kritik aber nicht ausgenommen bleiben. Hierzu können beispielsweise psychoanalyse-kritische Texte aus dem dekonstruktivistischen und poststrukturalistischen Milieu gelesen werden

Empfohlene Literatur
Johannes Cremeriums (Hg.): Die Zukunft der Psychoanalyse. Frankfurt/Main 1995. Gilles Deleuze/Felix Guattari: Anti-Ödipus. Frankfurt/Main 1997.
Jacques Derrida: Vergessen wir nicht - die Psychoanalyse! Frankfurt/Main 1998
Jacques Derrida: Seelenstände der Psychoanalyse. Frankfurt/Main 2002
Joachim Küchenhoff: Mitspieler und Kritiker. Die kritische Hermeneutik des psychotherapeutischen Gesprächs. Unveröffentlichtes Manuskript.
Slavoj Zizek: Liebe Dein Symptom wie Dich selbst. Berlin 1991.

Kontakt: Oliver Schupp (oliver.schupp@yahoo.de)
Zeit und Ort: n.V.

Autonomes Tutorium: "Benjamin - Zur Kritik der Gewalt und andere Aufsätze"
Dozent/in
N.N.

Angaben
Tutorium, Kontakt: Markus (markzet@web.de)
Zeit und Ort: n.V.; Bemerkung zu Zeit und Ort: Termin: erstmal Mittwoch 18 Uhr (oder n.V.). Tuko AfE- Turm (5.Stock)

Inhalt
"Selten ist die Wahrheit der Kritischen Theorie in einer so vorbildlichen Form ausgesprochen worden: der revolutionäre Kampf geht um die Stillstellung dessen, was geschieht und geschehen ist. Vor allen positiven Zielsetzungen ist diese Negation das erste Positive" schrieb 1965 Herbert Marcuse über Walter Benjamin im Nachwort der Aufsatzsammlung zur Kritik der Gewalt. Es wäre schön, könnten wir uns dem Denken Benjamins in dem Tutorium ein Stück weit nähern und Probleme und Möglichkeiten seiner Arbeit reflektieren. Benjamin schrieb über sich selber: "mein Leben so gut wie mein Denken [hat] sich in extremen Positionen bewegt. Die Weite, die es dergestalt behauptet, die Freiheit, Dinge und Gedanken, die als unvermeintlich gelten, neben einander zu bewegen, erhält ihr Gesicht erst durch die Gefahr."

Empfohlene Literatur
Walter Benjamin: Zur Kritik der Gewalt und andere Aufsätze , Frankfurt 1965
Lindner, Burkhardt: Derrida. Benjamin. Holocaust. Zur politischen Problematik der "Kritik der Gewalt" in: Zeitschrift für kritische Theorie, H.3 (1997)
Hamacher, Werner: Afformativ, Streik. In: Nibbrig, Christian L. Hart (Hg.):. Was heißt "Darstellen"? Frankfurt 1994

Autonomes Tutorium: "Der Staat des Kapitals und weitere Schriften zur Kritik der Politik" - ein Lektürekurs
Dozent/in
N.N.

Angaben
Tutorium, Kontakt: Jan Schlemermeyer (js_01@hotmail.de)
Zeit und Ort: n.V.

Voraussetzungen / Organisatorisches
Anmeldung unter o.a. E-Mail-Adresse

Inhalt
»Der Staat des Kapitals« fasst vornehmlich Aufsätze zusammen, die Johannes Agnoli anlässlich italienischer Autonomie- und Antirepressionskongresse der 70er Jahre verfasst hat. Agnoli, legendärer Politologie(kritik)professor aus Berlin spitzt damit seine Kritik an der bestehenden Demokratie- und Staatsform zu: Von einer "kritischen Politologie" hin zu einer "Kritik der Politik". Agnolis Staatskritik ist bahnbrechend, weil sich ihr Urteilsprinzip, auf das seine Parlamentarismuskritik zurückgeführt wird, nicht am Grundgesetz orientiert. Die Verfassungsnorm steht für ihn eben nicht beziehungslos neben der kapitalistischen Ökonomie, sondern ist die »politische Form der bürgerlichen Klassenherrschaft«. Agnoli führt den Staat »zurück auf die kapitalistische Produktionsweise, so wie sie aus der Auflösung der grundherrschaftlichen und korporativen Produktionsverhältnisse der Feudalgesellschaft hervorgegangen ist«. Das erscheint vordergründig so, als würde hier der Staat nur als Ableitungsphänomen wahrgenommen. Tatsächlich nimmt Agnoli das dialektische Gesellschaftsverständnis der Marxschen Theorie ernst. Er umgeht dabei sowohl die ökonomistischen als auch die etatistischen Verkürzungen und arbeitet mit der vorgefundenen Paradoxie der Trennung von Staat und Ökonomie, sowie der engen Verschränkung beider Sphären. Der bürgerliche Staat liegt außerhalb des Kapitals und steht als Wahrer von Gesellschaftlichkeit über den Einzelkapitalen, was seine vermeintliche Autonomie ausmacht. Gleichzeitig ist er es aber selbst, »der die Verfügungsgewalt der besitzenden Klasse über die gesellschaftlichen Produktionsmittel zur sozialen Herrschaft ausbaut«. Der Staat ist somit immer schon »Staat des Kapitals«. So wie demnach das Kapital ohne Staat nicht denkbar ist, weil es Reproduktion der Arbeitskraft und damit sozialen Frieden zwar voraussetzt, aber nicht selbst schaffen kann, so ist der Staat - der antagonistische in lediglich pluralistische Konflikte transformiert - ohne das Kapital nicht denkbar. Als »Gesellschaftsplaner« garantiert der Staat nicht nur die innerkapitalistische Synthese, sondern gerade auch die Vermittlung der gesellschaftlichen Klassen - im schlimmsten Fall zur faschistischen Volksgemeinschaft.
Das Tutorium ist angelegt als wöchentliches Lektüreseminar. Vorkenntnis der Marxschen und der kritischen Theorie sind von Nutzen.

Empfohlene Literatur
Johannes Agnoli: "Der Staat des Kapitals und weitere Schriften zur Kritik der Politik", ça ira, Freiburg 1995

Autonomes Tutorium: "Gouvernementale Regierung (in) der Hochschule"
Dozent/in
N.N.

Angaben
Tutorium, Kontakt: Felix Silomon-Pflug (silomon@gmx.net)
Zeit und Ort: n.V.; Bemerkung zu Zeit und Ort: Das erste Treffen findet am 31. März um 18.00 Uhr in Raum 501 (AfE-Turm) statt

Inhalt
Thema des autonomen Tutoriums soll sein, in einem ersten Teil anhand ausgewählter Primär- und Sekundär-Texte ein Verständnis dessen zu erarbeiten, was Michel Foucault in seinen Vorlesungen zur "Geschichte der Gouvernementalität" unter dem Begriff der "Regierung" in ihrer gegenwärtigen Bedeutung bzw. Konstellation versteht. Im zweiten Teil sollen vor diesem Hintergrund Veränderungen der Institution Hochschule in ihrer inneren und äußeren Verfasstheit seit Mitte der 90er Jahre untersucht werden. Leitfragen sind dabei, inwieweit man bei diesen im Sinne Foucaults eine neoliberale Rationalität diagnostizieren kann, ob spezifische neoliberale (Regierungs-) Technologien zu erkennen sind und welche Folgen dies für die Hochschule hat.

Autonomes Tutorium: "Negative Dialektik"
Dozent/in
N.N.

Angaben
Tutorium, Kontakt: Helge Kminek (hkminek@stud.uni-frankfurt.de)
Zeit und Ort: n.V.
ab 1.4.2008
Vorbesprechung: 1.4.2007, 16:00 - 18:00 Uhr, Raum AfE 502

Voraussetzungen / Organisatorisches
Das erste Treffen findet am 01.04.2008, 16.00 Uhr, in Raum 502 (AfE-Turm) statt.

Inhalt
In diesem autonomen Tutorium soll die "Negative Dialektik" von Theodor W. Adorno (an-)gelesen werden und über die Bedeutung, die ihr in aktuellen antikapitalistischen Auseinandersetzungen zukommt oder zukommen könnte, diskutiert werden.

Hierbei verfolgt das Tutorium zwei Stoßrichtungen: Zum einen stehen das Textverständnis und der Zugang zum Gedankengebäude Adornos im Zentrum. Genaueres soll in der ersten Sitzung gemeinsam besprochen und entschieden werden. Denkbar wäre zum Beispiel der Frage nachzugehen: Wie positioniert sich Adorno zu und in den philosophischen Problematiken, an die jede Philosophie "gekettet" ist, welche er aber "bestimmt negieren" möchte? (Vgl. ND 1975, S.28) Oder aber auch: Wie setzt sich Adorno mit der Kantischen Freiheitsantinomie auseinander, wie positioniert er sich?

Vor allem in Ländern Latein-Amerikas findet aktuell eine neuerliche Auseinandersetzung mit der kritischen Theorie der "Frankfurter Schule" statt. Im zweiten Teil des Tutoriums soll sich Texten einiger an diesen Debatten beteiligter Autoren (z.B. John Holloway, Alberto R. Bonnet, Michael Löwy, Werner Bonefeld, u.a.) angenommen werden und die Frage diskutiert werden, inwieweit "es für die Entwicklung antikapitalistischen Denkens wichtig ist Adorno zu lesen und, im besonderen, sein Konzept der negativen Dialektik zu vertiefen." Ist ein einer grundlegen falschen Welt negative Dialektik die einzig angebrachte Form des Denkens?

Empfohlene Literatur
Adorno,Theodor W.: Negative Dialektik, Frankfurt 1975.
Adorno,Theodor W.: Vorlesung über Negative Dialektik : Fragmente zur Vorlesung 1965/66; Hrsg. von Rolf Tiedemann; Frankfurt am Main 2003.
Holloway, John/Matamoros, Fernando/Tischler, Sergio: Negatividad y Revolución: Theodor W. Adorno y la política;Buenos Aires 2007.
Ritsert, Jürgen: Kleines Lehrbuch der Dialektik; Darmstadt 1997.

Autonomes Tutorium: "Who Cares? Psychoanalyse, Anerkennung und Geschlechterverhältnisse"
Dozent/in
N.N.

Angaben
Tutorium, Kontakt: Dascha Klingenberg
Zeit und Ort: n.V.; Bemerkung zu Zeit und Ort: Ein erstes Treffen findet statt am Donnerstag den 10.04.08 um 18h in der ivi-Bibliothek (nicht wie im univis angekündigt im Fachschaftsraum im Turm). Weitere Informationen bekommt ihr unter dklingenb@gmx.net

Inhalt
Im Zentrum des Tutoriums soll die Frage stehen wie Geschlechterverhältnisse auf psychischer Ebene (wieder) hergestellt werden und wie Menschen ihre eigenen Unterdrückungsverhältnisse reproduzieren. Dabei ist er Begriff der Anerkennung ein wichtiger Fokus, die Auseinandersetzung mit Anerkennung hat eine lange Tradition und wurde in letzter Zeit insbesondere von Jessica Benjamin und Axel Honneth, sowie Charles Taylor aufgegriffen. Allen gemein ist ihr Bezug auf Hegel und dessen Frage nach Selbstbewusstsein und Herrschaftsverhältnissen. Weder der prominente Honneth noch Taylor, obschon sie auf psychoanalytische Theorien zurückgreifen, widmen sich jedoch ausführlich den Geschlechterverhältnissen. Jessica Benjamin greift die Hegelsche Anerkennungskonzeption auf, wendet sie intersubjektiv und bezieht sie auf Geschlechterverhältnisse Wir möchten in diesen autonomen Tutorium daher ihr Buch "Fesseln der Liebe" eingehend betrachten. Im Mittelpunkt der Kritischen Theorie Jessica Benjamins steht die Polarisierung von Autonomie und Bindung und ihr Zusammenhang mit der Polarisierung der Geschlechterverhältnisse. Sie stellt die grundlegende Frage, warum Menschen zu Gehilfen ihrer eigenen Unterdrückung werden und fragt konkret nach der Beteiligung von weiblicher Sozialisation an der Unterwerfung der "Frau". Benjamin beantwortet ihre Frage mit einem psychoanalytischen Blick auf die psychosoziale Entwicklung des Menschen und kommt dabei zu dem Schluss, dass in der gegenwärtigen Kultur Bindung und Abhängigkeit abgewertet werden, was die Folge einer kulturell hergestellten Polarisierung von Autonomie und Abhängigkeit darstellt. Die Frage ist also: Who Cares? Dies möchten wir anhand des Buches von Benjamin und weiteren hilfreichen Texten diskutieren.

Ein erstes Treffen findet statt am Donnerstag den 10.04.08 um 18h im Fachschaftsraum im Turm. Weitere Informationen bekommt ihr unter dklingenb@gmx.net

Autonomes Tutorium: Michel Foucault; Sex, Macht und die Politik der Identität
Dozent/in
N.N.

Angaben
Tutorium, Kontakt: Jan Johannsen (jancjo@gmail.com)
Zeit und Ort: n.V.; Bemerkung zu Zeit und Ort: Beginn: 2. Vorlesungswoche Mi 18.00 Uhr. Ort:: IvI

Inhalt
Michel Foucault wird heute als ein kritischer Theoretiker rezipiert, der uns mit seiner historisierenden Diskurstheorie ein Werkzeug zur Analyse von Machtbeziehungen zur Verfügung stellt. Er selbst hätte sich weder der strukturalistischen, noch der post-strukturalistischen Bewegung zugeordnet. Seine Idee eines fortdauernden, immer in der Entstehung begriffenen "Werks" entzieht sich jeglicher Kategorisierung. Exemplarisch für diese Prozesshaftigkeit seines "Werks" sollen im Rahmen des autonomen Tutoriums, anhand einer Auswahl an frühen Texten, Vorträgen und Interviews, die bereits dort vorhandenen Spuren seines späteren Machtbegriffs herausgearbeitet werden. Darüber hinaus soll im Tutorium analysiert werden, in welche Richtung diese Spuren weisen, welche von ihnen schließlich zur Analytik der Macht führen bzw. welche sich letztendlich im Sand verlaufen.
In diesem Tutorium werden frühe Schriften, Vorträge und Interviews von Foucault gelesen und diskutiert. Das Tutorium richtet sich daher an alle, die ein tiefer gehendes Interesse an Michel Foucault haben.

_Autonome Tutorien am Fachbereich 04 (Erziehungswissenschaften)

übersichtsplan (download *.pdf )

„Erziehung nach Auschwitz“ – Zur Aktualität eines vernachlässigten Themas

„Die Gemeinheit des Vorgesetzten und die Schneidigkeit des Gemeinen verstehen sich. Von den
Dienstboten und Gouvernanten, die Kinder aus guten Häusern dem Ernst des Lebens zuliebe
schikanieren, über die Lehrer aus dem Westerwald, die ihnen wie den Gebrauch der Fremdwörter so
die Lust an aller Sprache austreiben, über die Beamten und Angestellten, die sie Schlange stehen
lassen, die Unteroffiziere, die sie treten, geht es schnurstracks zu den Folterknechten der Gestapo
und den Bürokraten der Gaskammern.“
T.W. Adorno, Il servo padrone

Die Verhandlung von Auschwitz in der Öffentlichkeit ist dazu gekommen, als nicht
viel mehr als ein vages Bild des Schreckens zu benennen, in dem Täter_innen und
Opfer immer mehr verschwimmen. Die Frage, wie es dazu kommen konnte, wird
allerhöchstens noch Totalitarismustheoretisch ideologisiert. Die Voraussetzungen
von Auschwitz, das hier als Synonym für den industriellen Massenmord steht,
werden nicht mehr verhandelt. Ausgehend von dieser Feststellung sollen die
pädagogischen Interventionen von Adorno in Hinblick auf deren Aktualität gelesen
und diskutiert werden. Zudem sollen neuere Auseinandersetzungen um die
Adornoschen Texte – am Beispiel des Sammelbandes „Erziehung nach Auschwitz in
der multikulturellen Gesellschaft – kritisch hinzugezogen werden.
Es soll damit ein Einstieg in das komplexe Denken Adornos ermöglicht werden, um
die Fragen nach den Bedingungen von Emanzipation in der postnazistischen
Gesellschaft zu erörtern.

Erstes Treffen: Donnerstag 3.4.08 16h
Ort: Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI), Kettenhofweg 130, erster Stock
Kontakt: Daniel (solventdrag@gmx.de)

Der Begriff des Triebes im Werk Sigmund Freuds

Am Beispiel des Triebes sollen Bedeutungsverschiebungen und Entwicklungen
innerhalb von Freuds Theorie der Psychoanalyse nachvollzogen und diskutiert
werden.
Als Skelett und Rüstzeug soll zunächst der Vorschlag von David Rapaport dienen,
der das Freudsche Werk in Zeitphasen unterteilt. Das Zeitphasen-Modell wird in der
ersten Sitzung kurz referiert und bietet so den historischen und inhaltlichen Kontext,
in den die Texte eingeordnet werden können.
Das Tutorium soll im Anschluss an die erste Sitzung als Lektürekurs abgehalten
werden, in dem aus den markierten Zeitspannen ausgewählte Texte von Freud
zusammen gelesen werden. Idee ist dabei auch, sich entlang des Themas
grundlegende Begriffe der Psychoanalyse gemeinsam zu erarbeiten.

Literatur:
Jenseits des Lustprinzips 1920; Triebe und Tiebschicksale 1915; Drei Abhandlungen
zur Sexualtheorie 1905; Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die
Psychoanalyse 1932

Zeit: Donnerstag 16-18h, Beginn: 10.4.08
Ort: IvI-Bibliothek (Kettenhofweg 130, 1. Stock)
Kontakt: Gabi: gabiperabo@gmx.de

Theorie der Halbbildung

In einem Textfragment von 1962 wirft Adorno die Frage auf, „ob der Universität heute
Bildung dort noch gelinge, wo sie nach Thematik und Tradition an deren Begriff
festhält, also in den sogenannten Geisteswissenschaften“. Seine Überlegungen
dahingehend fallen alles andere als optimistisch aus. Im Kontext der aktuell sich
vollziehenden universitären Umstrukturierung, bekommt jedoch selbst die nur als
Möglichkeit in Betracht gezogene Fortexistenz akademischer Geisteswissenschaft
als eine die orientiert ist an „Bildung, die eins wäre mit dem Widerstand gegen
Verdinglichung“, anachronistische Züge. Die gesellschaftlichen Folgen dieses
Projektes systematischer Selbstverdummung, können gar nicht pessimistisch genug
eingeschätzt werden.
In diesem akademischen Kontext von Effizienz und Elitedenken scheint der Versuch,
sich auf den als sperrig und schwer zugänglich verrufenen Theoretiker Adorno
einzulassen, alles andere als zeitgemäß. Trotz, bzw. gerade aufgrund dieser
gegenläufigen Tendenz soll in diesem Lektüreseminar der Versuch unternommen
werden, sich Adornos Denken im Hinblick auf mögliche Stärken für eine kritische
Pädagogik zu nähern. Der Schwerpunkt wird auf einer gemeinsamen Erarbeitung
des Textes „Theorie der Halbbildung“ (1959) liegen. Trotz allem gebotenen
Kulturpessimismus weist gerade Adornos, am Humboldtschen Bildungsideal
festhaltender pädagogischer Ansatz Handlungsoptionen im Falschen auf, die bis
heute nichts an Aktualität eingebüßt haben.

Zeit: Erstes Treffen Di. 08.04, 16Uhr,
Ort: Institut für vergleichende Irrelevanz (Kettenhofweg 130)
Kontakt: alexwitzig@gmx.net

Siegfried Bernfeld – Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung

Bernfeld begründet in seinem Werk von 1925 eine Erziehungswissenschaft, die sich
die Erkenntnisse der Sozialwissenschaft Marx` und der Psychoanalyse Freuds
zunutze macht, und arbeitet die gesellschaftliche, oftmals unhinterfragte Funktion der
Pädagogik heraus. Dabei zeigt er die trotz ihrer stabilisierenden Rolle bestehenden
Grenzen der Pädagogik zum einen in den psychischen Dispositionen der einzelnen,
zum anderen in den objektiven gesellschaftlichen Verhältnissen auf. So leistet er
eine Ideologiekritik an der vermeintlich wissenschaftlichen Pädagogik, von der
hinsichtlich der Aufklärung über ihr Herrschaft vermittelndes Wirken „die intensivste
Dunkelheit“ ausgehe, ebenso wie eine Kritik der reformpädagogischen Bemühungen,
die der Illusion erliegen, mit der richtigen Erziehung allein könne die Gesellschaft
zum besseren verändert werden.
Neben der Lektüre und kritischen Diskussion des Sisyphos kann, wo nötig, auch
Freud im Original herangezogen werden; auch ein Rückgriff auf weitere Schriften
Bernfelds zu Psychoanalyse und Pädagogik ist wünschenswert.

Literatur:
S. Bernfeld, Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung, Frankfurt 2006
Aus S. Bernfeld, Antiautoritäre Erziehung und Psychoanalyse,
Band I, Darmstadt 1969:
S. Bernfeld, Psychoanalytische Psychologie des Kleinkinds, S. 56-68; Anna Freud,
Die Erziehung des Kleinkindes vom psychoanalytischen Standpunkt aus, S. 279-288;
S. Bernfeld, Der soziale Ort und seine Bedeutung für Neurose, Verwahrlosung und
Pädagogik, S. 198-212
Band II, Darmstadt 1970:
S. Bernfeld, Die heutige Psychologie der Pubertät. Kritik ihrer Wissenschaftlichkeit,
S. 691-750

Zeit: Erstes Treffen: Mittwoch, 9.4., 18:00
Ort: Fachschaftsraum 03 (AfE 2104)
Kontakt: spopahen@stud.uni-frankfurt.de

„Hochschulen am Ende?“

Der erste Teil des Tutoriums beschäftigt sich mit der Analyse der
Ordinarienuniversität vor dem Hintergrund de These, dass die Ordinarienuniversität
weder für die Wirtschaft effektiv war, noch für die Studierenden und die
AssistenInnen demokratisch. Diese Konstellation trug wesentlich zu den
Auseinandersetzungen um eine neue Hochschulstruktur bei (siehe z.B. SDS-
Hochschuldenkschrift 1961/1965).
Die damaligen Auseinandersetzungen und Konflikte, die zur Entstehung der
Gruppenuniversität führten, sollen an Hand einiger Originaltexte nachvollzogen
werden. Dabei soll diskutiert werden, inwieweit die aufkommende
Studierendenbewegung einen wesentlichen Anteil an der Einführung der
Gruppenuniversität (in Frankfurt z.B. 1971) hatte. Weiterhin zu diskutieren wären die
Widersprüche in der Entwicklung der Gruppenuniversität: einerseits Etablierung
demokratischer Strukturen, andererseits Stärkung der Technokratie.
Die Entwicklung der Hochschulen von der Einführung der Gruppenuniversität bis in
die Gegenwart bildet den letzten Abschnitt. Dabei soll die Frage nach der
Veränderung der demokratischen Mitbestimmung gestellt werden.
Eine weitere zentrale Frage ist die Bedeutung der Universität heute: Wie kam es
dazu, dass der ökonomische Diskurs hegemonial wurde? Welche Rolle spielt Bildung
heute – stellt sich das Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft heute
wesentlich anders dar, als 1954 oder 1971?

Literaturliste :
ASTA FU Berlin, Der globale Bildungsmarkt und die Transformation der
Hochschulen, 2003 Berlin; BUG Reader, Bundesweiterstudentischer Basiskongreß,
1998 Berlin; Ellwein, Geschichte der deutschen Universitäten, 1985 Königstein;
Habermas, Jürgen u.a., Student und Politik, 1967 Frankfurt; Keller, Andreas,
Hochschulreorm und Hochschulrevolte, 2000 Marburg; Köhler, Gerd Hg.,
Hochschule in der Demokratie, 1986 Göttingen; Kraushaar Wolfgang,
Studentenbewegung und Kritische Theorie, 1998 Hamburg; Kubicki/Lönnendoncker
Hg. 50 Jahre FU-Berlin, 2002 Berlin; SDS Hochschuldenkschrift, 1972 Frankfurt

Zeit: Di. 14-16.00 Uhr, Beginn: 8.4.08
Ort: TuCa (AfE 501)
Kontakt: Lothar: eichh@stud.uni-frankfurt.de

der Verwirrung mit Verunsicherung begegnen –
- „confusion never stops“ [coldplay]

Die Dekonstruktion versucht seit ca. 40 Jahren das Meer an Möglichkeiten hinter
jedem Text sichtbar werden zu lassen. Die Queer Theories verfolgen seit ca. 20
Jahren das Ziel der sogenannten natürlichen Zweigeschlechtlichkeit und
Heterosexualität den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Und die Versuche des
Poststrukturalismus zu verdeutlichen, dass das Subjekt niemals Frau_Herr im
eigenen Haus sein können wird, sind zahlreich. Diese Überlegungen zur De-
Zentrierung des Subjekts, der radikalen Relationalität von Determinismus und
Freiheit und von heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit als Herrschaftsinstrument
sind in der Pädagogik erst seit sehr kurzer Zeit angekommen. Idee, Konzepte und
Überlegungen diese radikale Hinterfragung klassischer pädagogischer Konzepte in
Verbindung mit einer neue Formen von Ethik, Erziehung und Bildung denken zu
können, stehen in den Weiten dieser Wissenschaft noch ziemlich alleine da. In dieser
studentischen Lese- und Arbeitsgruppe wollen wir in einem ersten Teil über Texte
von Autor_innen wie Judith Butler, Jaques Derrida, Michel Foucault u.a. eine
Vorstellung davon entwickeln, was mit den weiter oben fallengelassenen
Schlagwörtern gemeint sein könnte, um dann im zweiten Teil in aktuelle
pädagogische Debatten um die Verbindung dieser Konzepte mit der Pädagogik
einzusteigen, diese kritisch zu hinterfragen und eigene Möglichkeiten, Perspektiven
und Einwände zu diskutieren.

Zeit: Erstes Treffen zur Semesterplanung: Freitag, 11.4.2008, 14 Uhr
Ort: TuCa [Raum 501]
Kontakt: hanni-w@web.de

„Erziehung zum Widerstand?“ II

Dieses Tutorium möchte sich mit den Möglichkeiten einer kritischen, widerständigen
pädagogischen Theorie und Praxis befassen. Ist diese überhaupt möglich und wenn,
wie könnte diese aussehen?
Die Auseinandersetzung mit derartigen Fragen soll anhand von
poststrukturalistischen und queeren Ansätzen geführt werden. Denn indem sie
Theorien des Subjekts entwickelt haben, die sich konträr zu den in der Pädagogik
gängigen Annahmen über das Subjekt verhalten, stellen sie diese vor neue
Herausforderungen.
Im Zentrum der Diskussion werden TheoretikerInnen wie Foucault und Butler stehen.
Es soll zunächst darum gehen, sich deren Theorien des Subjekts anzuschauen, um
sich dann damit zu beschäftigen, welche Implikationen sie für eine kritische
Pädagogik haben.
Im Weiteren können wir uns mit, an diese Theorien anschließenden, pädagogischen
Konzepten befassen und/oder bisherige pädagogische Auffassungen vor dem
Hintergrund dieser Theorien befragen/kritisieren/analysieren.
Das Tutorium versteht sich als Fortsetzung des gleichnamigen Tutoriums, das im
letzten Semester stattgefunden hat. Da wir uns im letzten Semester aber mit anderen
kritischen Theorien befasst haben (wie Adorno, Freire, Gramsci, Heydorn), stellt
dieses keine Voraussetzung dar.
Mit welchen Texten wir uns konkret befassen, können wir gemeinsam diskutieren.

Zeit: Erstes Treffen: Di. 8.4.08, 16.00 Uhr (regelmäßiger Termin wird dann
vereinbart)
Ort: AfE 923 (Fachschaftsraum 04)
Kontakt: Katha: widerstand@fachschaft04.de

KULTURen der Bildung * Bildungs-kultur
In Anlehnung an den DGfE-Kongress 2008 mit dem Titel Kulturen der Bildung soll
der Frage nachgegangen werden, in wieweit der Kulturbegriff Relevanz für das
pädagogische Feld hat. In der ersten Sitzung erfolgt eine gemeinsame Absteckung
der Themengrenzen. Eine Exkursion im Rahmen des Tutoriums ist geplant. Die
Veranstaltung beginnt mit wenigen Sitzungen und soll in der Hauptsache als Block
nach gemeinsamer Absprache erfolgen.

Kontakt: Heidi Bachmann: Bildungs-Kultur@gmx.net -> bei Interesse bitte e-mail
schreiben
Info’s zur Veranstaltung werden über einen e-mail-Verteiler versendet

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