16.oo: Theorieeinführung Antonio Negri
Liest sich im Fordismus noch die Fabrik als der paradigmatische Ort des antikapitalistischen Widerstands mit dessen zentraler Strategie – dem Produktionsstreik – ausmachen, zerfällt dieser Zusammenhang gegenwärtig. Gerade weil die Fabrik, trotz aller Disziplinierungsbemühungen, über Jahrzehnte die Brutstätte nicht nur des Mehrwerts, sondern auch der massenhaften Vereinigung der „Totengräber“ des Kapitals war, so die These von Michael Hardt und Antonio Negri in „Empire“ und „Mulititude“, sah sich das Kapital zu einer Reihe von Ausweichmanövern gezwungen. Arbeit ist nicht mehr räumlich an den Ort der Fabrik gebunden, sondern wird überall ausgeübt, Arbeit ist nicht mehr zeitlich beschränkt, sondern die Trennung von Arbeit und Freizeit wird obsolet, Arbeit ist nicht mehr auf die (Industrie)produktion reduziert, sondern reprodukive, affektive und immaterielle Tätigkeiten werden inwertgesetzt, die Kooperation wird nicht mehr erzwungen, sondern die eigenverantwortliche Herstellung von Kooperation ist Teil der Produktivität der „multitude“. Aber wie, wann und wo ist im „biopolitischen Paradigma“ der Produktion noch Widerstand möglich? In seinem Text „Der Metropolenstreik“ versucht Antonio Negri Antworten auf diese Fragen zu geben, indem er die Metropole als Ort der Biomacht und der Verweigerung der multitude auszeichnet.
20.3o: Sieger schreiben Geschichte?
Eine Diskussionsveranstaltung zum Film Der Baader Meinhof Komplex
Wie wird die Geschichte der bewaffneten Konfrontation zwischen RAF und Staat geschrieben? Der Film Der Baader Meinhof Komplex präsentiert sich naiv authentisch und wird gerade dadurch zur Sinn stiftenden Angelegenheit.
In Form eines Spielfilms werden hier allgemeingültige Aussagen über Rebellion, Legitimität und Scheitern getroffen, die das Bild, das vom so genannten roten Jahrzehnt vorherrscht, mit Sicherheit prägen werden.
Wir wollen in einer offenen Form auf der Grundlage von zehn Thesen über Machart, Inhalte und Implikationen einer solchen Art der Geschichtsschreibung reden.
Programm der gg_uni