Jens Hoffmann (Berlin) und Michael Elm (FFM) werden an diesem Abend ihre Bücher vorstellen. Etwas abseits vom Trubel der Buchmesse wollen die Autoren sich über ihre Arbeit austauschen und mit Euch ins Gespräch kommen
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Jens Hoffmann: "Das kann man nicht erzählen"'Aktion 1005' – Wie die Nazis die Spuren ihrer Massenmorde in Osteuropa beseitigte
Erschienen als konkret texte 46/47 (Doppelband)
Anfang 1942, nachdem die Rote Armee den Vormarsch der Wehrmacht auf Moskau gestoppt hatte, begann die nationalsozialistische Staatsführung Vorsorge zu treffen für den Fall ihrer Niederlage.
Unter der Bezeichnung "Aktion 1005" ließ sie ab Frühjahr 1943 zahlreiche Kommandos aufstellen, die die Spuren deutscher Verbrechen in Osteuropa nach einem immer gleichen Muster beseitigten: Mehrheitlich jüdische Häftlinge wurden gezwungen, Massengräber zu öffnen, die Leichen aus den Gräbern zu ziehen und auf Scheiterhaufen zu verbrennen, bevor schließlich auch sie selbst ermordet wurden.
Gestützt vor allem auf Aussagen und Berichte der wenigen überlebenden Arbeitshäftlinge sowie auf Protokolle staatsanwaltschaftlicher Vernehmungen ehemaliger Kommando-Angehöriger unternimmt dieses Buch erstmals den Versuch, die von Deutschen und ihren Helfern während des Zweiten Weltkriegs begangenen Massenverbrechen und die Verwischung der Spuren dieser Verbrechen im Zusammenhang darzustellen.
Michael Elm: Zeugenschaft im Film.
Eine erinnerungskulturelle Analyse filmischer Erzählungen des Holocaust.
Erschienen im Metropol –Verlag, Berlin Der Autor untersucht, wie die lebensgeschichtlichen Berichte von Zeitzeugen des Holocaust im Medium Film ins kulturelle Gedächtnis eingeschrieben werden.
Anhand von Produktionen wie der Der Untergang oder der Fernsehdokumentation Holokaust (Leitung Guido Knopp) werden die historiografischen Funktionen der verwendeten Zeitzeugendarstellungen analysiert. Dabei lässt sich eine unkritische Ausweitung des Zeitzeugenbegriffs auf tendenziell alle Zeitgenossen beobachten, die vorrangig der Authentifizierung der jeweiligen historischen Erzählung dient.
Demgegenüber wird mit Rekursen auf die erinnerungskulturelle Tradition der Zeugenschaft, Überlegungen der Kritischen Theorie und neueren Ansätzen der Traumatheorie diskutiert, welche historiografischen Besonderheiten und filmsprachlichen Mittel den Berichten der häufig mehrfach traumatisierten jüdischen Überlebenden angemessen erscheinen. Die so gewonnenen Einsichten werden anhand von Filmen wie Der Pianist und den Zeitzeugenportraits des Fortunoff Video Archives reflektiert und auf ihre bildungstheoretischen und medienpädagogischen Gehalte hin befragt.